Aquarium-Tagebuch

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Anschaffung eines Aquariums

15.02.2002

Es ist vollbracht! Ich habe bei eBay ein Percula 90 (270 Liter) Meerwasseraquarium für 200,- EUR ersteigert. Morgen werde ich es abholen (2,5 Stunden Autofahrt von hier). Bei dem Aquarium handelt es sich um ein Komplettsystem der Firma AquaMedic. Im Gegensatz zu  einem neuen Percula90 fehlt der Unterschrank und die HQI Beleuchtung. Das Aquarium wurde vom Vorbesitzer mit Leuchtstoffröhren umgebaut. Das ist mir ganz recht, da Leuchtstoffröhren weniger Energie verbrauchen und ich ohnehin vorhabe mit den neuen T5 Röhren von ATI zu experimentieren. Ich muss nur noch das Problem mit dem Unterschrank lösen, aber hier gibt es auch schon einige Ideen.

Diese Fotos sind aus der eBay-Versteigerung:

  

16.02.2002

Das Aquarium ist da! Ich hätte nicht gedacht, dass ein leeres Becken so schwer ist.
Eine offene Frage war immer noch der Unterschrank. Ich habe mir verschiedene Alternativen überlegt:

  1. Den original Percula90 Unterschrank von AquaMedic kaufen. Ist aber laut AquaMedic nur als Ersatzteil und über einen Händler zu bekommen. Wird sicher lange dauern und auch nicht billig sein.
  2. Einen anderen Unterschrank kaufen. Diese Schränke haben aber alle eine andere Grundflächen als mein Becken. Sie sind entweder zu klein oder zu groß.
  3. Eine Ikea Kommode kaufen und verstärken. Diese hätte zwar die richtigen Maße, aber ob das hält? Das Becken wiegt mit Füllung 300 - 350 kg!
  4. Einfach Steine (Ytong od. Ziegel) aufstapeln und als Untergestell benutzen.

Ich habe mich letztendlich für die 4. Option entschieden. Diese Lösung ist billig, stabil und der Vorbesitzer des Beckens hatte die selbe Lösung. Es gibt sicher schönere Lösungen. Da unsere Wohnung aber sowieso im Ikea-Still eingerichtet ist, wirkten die Steine gar nicht so deplaziert (meine Meinung).
Also ab in den Baumarkt. Ich habe 20 hellrote Ziegel (24x17) und Korkplatten zum Schutz des Fußbodens gekauft . Die Korkplatten habe ich auf die Größe der Steine zugeschnitten und als Unter- und Auflage benutzt. Als Zwischenboden musste ein Ikea-Regalboden (10 Euro) herhalten.
Arbeitsaufwand: 30 Minuten, Kosten: 30 Euro.

Einrichten des Aquariums

Der nächste Schritt ist nun das Einrichten des Beckens.

17.02.2002

Zuerst habe ich aber das Becken mit Leitungswasser gefüllt und mit 8,5 kg Meersalz vermischt. Natürlich wäre Wasser aus einer Umkehrosmoseanlage besser, um aber Kosten und Platz zu sparen, möchte ich darauf verzichten. Meine Wasserwerte habe ich mir vom Wasserwerk geben lassen und ich habe die meisten Werte auch noch mal selber nachgemessen. Mein Händler hat mir auch noch mal bestätigt, dass es keine Probleme geben sollte.
Ich werde dem Tipp des Aquarienvorbesitzers folgen und nach dem Ansetzen mit Leitungswasser für alle weiteren Wasserwechsel bzw. für das Auffüllen von verdunstetem Wasser destilliertes Wasser verwenden.
Zum Ansetzen von Wechselwasser habe ich mir ein 30 Liter Maischefass im Baumarkt gekauft (10 Euro).

26.02.2002

Heute ist der große Tag. Das Wasser ist jetzt eine Woche eingefahren und jetzt kommt Leben in das Becken:
- 20 kg "Lebende Steine" (190 Euro)
- 10 kg "Tote Steine" (50 Euro)
- 7 kg Korallenbruch grob, 10 -20 mm (10 Euro)
- 6 kg Korallenbruch fein, 2 - 5 mm (6 Euro)

Die Steine werden auf Styroporplatten gestellt und anschließend kommt der Korallenbruch als Bodengrund hinein (3 -5 cm). Es ist gar nicht so einfach die paar Steine so anzuordnen, dass es einigermaßen aussieht. Hat mich mindestens fünf Versuche gekostet.

Bild:
Die zwei großen weißen Blöcke im Hintergrund sind "Tote Steine". Die anderen Steine sind "Lebende Steine" und teilweise mit Caulerpa Algen bewachsen.

 

 

Einfahren des Aquariums

07.03.2002

Die "Lebenden Steine" machen ihrem Namen alle Ehre. Es tut sich so Einiges im Becken. Gleich nach dem Einbringen der Steine habe ich fünf Glasrosen entdeckt. Um eine Plage im Keim zu ersticken habe ich eine große Spritze (ohne Kanüle) mit kochendem Wasser gefüllt und die Glasrosen im Becken bespritzt. Scheinbar mit Erfolg, von diesen Fünf hat sich bisher keine mehr erholt. (Zum Thema Glasrosen, siehe auch hier http://www.korallenriff.de/koriff23.html)

Ein Röhrenwurm hinter einem "Lebenden Stein".

 

 

Noch ein Röhrenwurm, davon gibt es jede Menge im Becken. 

 

 

Ein kleiner Seestern (Asterina) an der Rückseite des Beckens. Wie ich aber im Meerwasserforum erfahren musste werden diese Seesterne oft zur Plage. Werde also auf die Seestern jagt gehen (siehe auch http://www.korallenriff.de/seesternschaden.html).

 

Das Becken am 06.03.2002. Die Caulerpa Algen wachsen prächtig. Auf dem vergrößertem Bild (auf das kleine Bild klicken) habe ich die Position des kleinen Seesterns eingezeichnet.

 


08.03.2002

Der kleine Seestern war schneller :-(. Er hat sich irgendwo im Becken versteckt und das rettete ihm das Leben.
Dafür habe ich heute Morgen den nächsten Übeltäter entdeckt. Einen Borstenwurm (rund 5cm). Ich habe versucht ihn mit einer Pinzette rauszuangeln, leider ohne Erfolg. Ich werde es in den nächsten Tagen mit einer Falle versuchen (siehe: http://www.korallenriff.de/koriff105.html).


10
.03.2002

Ich habe heute in der "Koralle" gelesen, dass man beim Riffaufbau darauf achten soll große Höhlen zu schaffen, die durch hohe Säulen voneinander getrennt sind. Diese Abschnitte zwischen den Säulen bilden später die Reviere der verschiedenen Fische. Also habe ich noch mal den Aufbau der Steine geändert. Zwei flache Steine bilden jetzt die Dächer für zwei Höhlen.

Den Seestern habe ich übrigens doch noch gefunden ... :-)

 

 

Was ist das? Jana hat diese interessanten Gebilde auf einem lebenden Stein entdeckt. Sie  scheinen auch langsam zu wachsen. Es handelt sich um fünf Stück. Laut einer Anfrage beim Meerwasserforum kann es sich um Schwämme oder Krustenanemonen handeln.

 

 


17
.03.2002

Man muss also nur eine Woche warten und schon hat man Gewissheit. Wie das Foto zeigt, handelt es sich eindeutig um Krustenanemonen (evtl. Palythoa sp oder Protopalythoa).

 


Mittlerweile hat auch die erwartete Algenplage eingesetzt. Man kann den braunen Belag auf dem vormals weißen Gestein deutlich sehen. Auch grüne Fadenalgen sind stellenweise zu finden. Ich habe zur Sicherheit die Beleuchtungsdauer etwas zurückgeschraubt (6 Stunden blaues Licht, 4 Stunden volle Beleuchtung).



Mittlerweile ist es mir auch gelungen ein Foto von einem extrem scheuen Burschen zu machen. Ich vermute es handelt sich hier um einen Wurm.

 

 

Eine kleine Glasrose (1 cm) hat sich an der Scheibe festgesaugt. Sie hat es nicht überlebt ... :-)

 

 

18.03. - 22.03.2002

Die Borstenwurmjagd

Die Jagt ist eröffnet! Nachdem ich im Licht der Taschenlampe noch weitere Borstenwürmer entdeckt habe, hat jetzt das Fallenstellen begonnen. Ich habe mittlerweile mehrere Fallen ausprobiert, die großen Würmer habe ich noch nicht gefangen, aber mehrere kleine und mittlere Exemplare.

1. Versuch:
Ein Sera Messbecher (ist bei Wassertests dabei) wurde mit mehreren Löchern durchbohrt (4 mm) und ein Köder aus Lachsfleisch wurde eingebracht. Ich konnte beobachten, dass die Würmer mit dem "Oberkörper" in die Falle gehen, sich bedienen und wieder verschwinden.
Fangergehbiss: 0 Stück

 

2. Versuch (Tipp von Uwe aus dem Meerwasserforum):
Zitat: "Man nehme eine MonCherie Dose oder ähnliches. Bohre in den Boden in die Mitte !! ein paar Löcher in 3-5 mm, fülle bis auf 2/3tel sehr groben Korallenbruch in die Schachtel und lege obenauf ein Stück Muschelfleisch. Nicht mehr sonst wird das Wasser so schlecht das nicht mal Borsties in die Schachtel gehen! In den Deckel bohrt man ein kleines Loch 2mm in eine Ecke ( zum Entlüften ) und schließe die Schachtel, mit einem Gummi sichern. Das ganze einfach auf den Boden im AQ stellen, oder wo die Borsties so zu sehen sind. Nach 1 - 2 Tagen sieht man in der Frühe jede Menge Borsties in der Dose die in allen Ecken nach dem Ausgang suchen :-). Wenn das Muschelfleisch weg ist aber man keine Borsties sieht - die stecken in dem Korallenbruch weil es da Dunkel ist. Ich war regelrecht geschockt was für Mengen und wie große Borsties da drinnen gefangen waren."
Fangergehbiss: 0 Stück - werde es mit dieser Falle aber weiter versuchen

3. Versuch:
Der Deckel eine Saftflasche wird durchbohrt und ein Schlauch durchgesteckt. Die Öffnung um den Schlauch wird mit der Heißklebepistole abgedichtet. Der Schlauch steht im Inneren der Flasche über und dient so als Reuse. In dei Flasche kommt ein Köder aus Muschelfleisch. Ich habe diese Falle in 2 verschiedenen Größen gebaut.
Ich konnte beobachten wie ein sehr großer Wurm in die Flasche ging, leider hat er die Sache durchschaut und hat sich auf halbem Wege wieder zurückgezogen.
Fangergehbiss: 0 Stück

 

4. Versuch:
Etwas Muschelfleisch in einen Nylonstrumpf geben und diesen auslegen. Der Wurm versucht an das Fleisch zu kommen und bleibt am Strumpf hängen. Man muss den Strumpf rechtzeitig wieder raus nehmen (etwa 1 Stunde nach dem das Licht ausgemacht wurde), da sich der Wurm sonst wieder befreit.
Fangergehbiss: 1 mittelgroßes Exemplar

 

 

5. Versuch:
Etwas Muschelfleisch zwischen zwei Schwämme legen, einen Gummi drum machen und mit einem Stein beschweren. Die Würmer kriechen durch das Schwammgewebe zum Köder und bleiben dort liegen (ist ja schön dunkel). Am Morgen die Falle aus dem Becken nehmen und unter heißes Wasser halten. jetzt braucht man nur noch die toten Würmer raussammeln.
Fangergehbiss: 1 mittelgroßes Exemplar & 5 - 6 kleine Exemplare

Waidmanns Heil!!
 

 

Das Becken am 19.03.2002.

 

 

Der Besatz

22.03.2002

Es ist soweit. Noch ein letzter Test des Wassers beim Händler und die Auswahl des Besatzes kann beginnen. Ich habe mich nach entsprechender Literaturrecherche und Beratung mit dem Händler für algenfressende Tiere als Erstbesatz entschieden. Sie sollen dafür sorgen die Fadenalgen von Anfang an unter Kontrolle zu halten.

Lysmata amboinensis (Pazifische Weißband-Putzergarnele), 2 Stück zu je 12,90 EUR

Futter: Algen und Futterreste

 

Paguristes cadenati (Roter Einsiedlerkrebs), 1 Stück zu 7,90 EUR

Futter: Algen und Futterreste
 


Ein weiterer Einsiedler (siehe Foto), habe ich noch nicht näher bestimmt, 1 Stück zu 7,90 EUR

Futter: Algen und Futterreste
 

Zebrasoma flavescens (Gelber Segeldoktorfisch bzw. Gelber Hawaii-Doktorfisch), 1 Stück zu 24,90 EUR
Deutlich zu erkennen ist das weiße "Skalpell" vor der Schwanzflosse. Der Doktorfisch kann diesen Dorn ausklappen und in einer Gefahrensituation als Waffe benutzen (siehe auch: http://www.gifte.de/doktorfi.htm)

Futter: Artemia, Krill, Granulat, Banane und Nori-Algen aus dem Asia-Shop

 


Vor dem Einsetzen wurden alle Tiere mit dem Wasser aus dem Händlerbecken in einen Eimer getan. Über den Zeitraum von einer Stunde habe ich ständig kleine Mengen Wasser aus meinem Aquarium zugegeben. Als das Mischungsverhältnis 1/3 Altwasser zu 2/3 Neuwasser betrug habe ich die Tiere mit einem Kescher vorsichtig in das Becken gesetzt.

 

Direkt nach dem Einsetzen haben die Putzergarnelen ihre "Putzerstation" eingerichtet. Wenn der Doktorfisch in die Nähe ihrer langen Fühler kommt, wird er sofort bestiegen und auf Parasiten untersucht. Faszinierend!

 


Als ersten Versuch zum Thema Weichkorallen habe ich vom Händler noch einen Stein mit drei Weichkorallen mitgenommen (12 EUR).

Am ersten Abend glaubte ich schon dieser erste Versuch ist schief gegangen. Alle Drei machten einen zusammengesunkenen Eindruck. Aber am nächsten Morgen war die Welt wieder in Ordnung. Alle drei Korallen haben sich wieder auf die volle Größe "aufgeblasen".



Hier noch mal im Detail (auf dem Stein von links nach rechts):

Anthelia sp (Zartgefiederte Straußkoralle)

Xenia umbellata (Pumpende Straußweichkoralle) Lemnalia africana (Keniabäumchen)

28.03.2002

Weitere Bewohner sind in das Aquarium eingezogen. Da ich gerade nicht so viel Zeit zum Schreiben habe, hier nur ein paar Fotos:

Gelbe Anemone (Heteractis crispa oder Heteractis magnifica??) - 35 EUR.

Futter: 1x pro Woche Muschelfleisch

 

Zwei Amphiprion ocellaris (Clown - Anemonenfisch) - je 12.50 EUR.

Futter: Artemia, Krill und Granulat


 

Stein mit drei Scheibenanemonen (Discosoma sp ??) - 5 EUR.


 

Weichkorallen Ableger (Paralcyonidae - Sinulaira Art ??) - Beigabe vom Händler

 


Das Becken am 28.03.2002.

 

 

30.03.2002

Und noch drei neue Bewohner ...

Drei Chrysiptera parasema (Gelbschwanzdemoiselle) - je 6.90 EUR.

Futter: Artemia, Krill und Granulat

 

02.04.2002

Zuerst dachte ich es hat ein der Putzergarnelen dahin gerafft, aber dann entdeckte ich beide Garnele putzmunter hinter einem Stein. Eine Garnele hatte sich also in der Nacht im Schutze der Caulerpa Algen gehäutet. Es ist immer wieder beeindruckend was man in so einem kleinen Biotop alles beobachten kann.

 

28.04.2002

Jetzt gab es doch den ersten Tiefschlag . Von einem auf den anderen Tag ist die Anthelia sp (Zartgefiederte Straußkoralle) eingegangen. Sie hat über Nacht alle "Federn" verloren. Nach einer Woche beginnen sich jetzt aber wieder kleine Ableger zu zeigen. Die Bilder zeigen die Anthelia sp vor (links) und nach (rechts) dem Verlust der "Federn". Ob es an den Wasserwerten oder an anderen Gründen lag, konnte ich nicht ermitteln. Evtl. war der KH Wert am Anfang noch zu hoch?

Endlich bin ich wieder einmal beim Händler gewesen und habe zwei weitere Fische und eine Lederkoralle erworben. Da ich gleichzeitig diese drei Tiere erworben habe, habe ich den Gesamtpreis von 113 Euro auf 90 Euro gedrückt - ich denke mal der Händler hat trotzdem genug an mir verdient :-)
Was den Fischbesatz angeht, dürfte damit so ziemlich die Obergrenze für mein Becken ereicht sein.

Gramma loreto (Königs - Feenbarsch) - EUR 20 (Listenpreis EUR 24)

Futter: Artemia, Krill und Granulat

 

Centropyge loriculus (Flammen-Zwergkaiserfisch) - EUR 55 (Listenpreis EUR 69)

Futter: Artemia, Krill, Granulat und Nori-Algen



Sarcophyton ehrenbergi (Pilzlederkoralle) - EUR 15 (Listenpreis EUR 20)

Dieses Bild zeigt die Koralle im geschlossenen Zustand.

 

Hier in einem halboffenem ...

 

 

... und hier im geöffneten Zustand.

 

 

Das Becken am 30.04.2002

 

 

01.05.2002

Nachtimpressionen. Auf dem zweiten Bild hat sich der Gelber Hawaii-Doktorfisch in eine Höhle zum schlafen zurückgezogen.

 

 

02.05.2002

Ein Besuch beim Händler in Dormagen hat mich diesmal 72 Euro gekostet. Ich habe 6 Steine mit verschiedenen Weich- und Lederkorallen mitgenommen:

2 Steine mit Pachyclavularia violacea (Röhrenkoralle bzw. Orgelkoralle). 1x in braun und 1x in grün.

 

 

Sarcophyton glaucum (Pilzlederkoralle)

 

 

Lobophytum spp. (Fingerlederkoralle)

 

 

Ein Stein mit Krustenanemonen

 

 

Cladiella spp. (Fingerlederkoralle) - Listenpreis 40 Euro.

 

 

05.05.2002

Hilfe! - Hilfe! - Jetzt hat es mich auch erwischt. Fast alle Fische haben weiße Punkte. Die Punkte befinden sich an den Flossen und bei manchen Tieren auch am Bauch. Handelt es sich um die gefürchtete Pünktchenkrankheit?
Also sofort ein Wasserwechsel (20%) durchgeführt, die Dichte auf 1.018 abgesenkt und viel mit vitaminangereichertem Futter gefüttert.
Zu meinem eigenen Erstaunen sind die Pünktchen am nächsten Tag verschwunden.
 

Um auf Nummer sicher zu gehen ersteigere ich sofort bei eBay einen UV- Wasserklärer (Tetratec UV 400) für 60 Euro ersteigert. Der Filter hat zwar nur eine Leistung von 5 W, war aber bezahlbar und sollte für meine Beckengröße ausreichen. Ich habe ihn über der Kammer für die Strömungspumpen angebracht. Eine Pumpe mit einer Leistung von 500 L/h pumpt nun Wasser aus der Kammer durch den UV Filter und dann wieder als Strömung in das Hauptbecken.
Die Punkte kamen noch einige Male im Abstand von einer Woche wieder, waren aber am nächsten Tag immer wieder verschwunden.
--> Nachtrag (05.07.2002): Nach einiger Zeit scheint der UV Filter nun zu wirken, die Punkte sind nicht wieder aufgetaucht.

15.05.2002

Erstaunlicherweise beginnt sich die die Anthelia sp (Zartgefiederte Straußkoralle) wieder zu erholen. Ich hatte sie eigentlich für tot geglaubt.

 

 

Die Anemonenfische haben die gelbe Anemone immer noch nicht angenommen. Ich habe sie jetzt verschiedene Male umgesetzt, in der Hoffnung sie erregt die Aufmerksamkeit der Anemonenfische. Evtl. ist es auch gar keine echte Wirtsanemone. Mittlerweile glaube ich auch, dass die Anemone gefärbt wurde. Ich habe jetzt von verschiedenen Seiten gehört, dass es Anemonen in dieser Farbe eigentlich kaum gibt. Dieser Verdacht wird durch die Tatsache bestätigt, dass die Die Anemone zunehmend ausfärbt. Ich trage mich mit dem Gedanken sie auszutauschen.



26.05.2002

Die neue Abdeckung ist fertig. Sie besteht aus 2 Kunststoff-Brettern (je 90 x 25). In die Bretter wurden Öffnungen für den Futterautomaten und einen Ventilator gesägt. Der Ventilator wird mit einem externen 12V Netzteil betrieben. Unter die Bretter sind direkt die Reflektoren geschraubt und darauf die Leuchtstoffröhren (2x weiß. 1x blau).
 

 

Zwei neue Einsiedlerkrebse sind noch dazugekommen und sollen die beiden anderen Einsiedler bei den Reinigungsarbeiten unterstützen.

 

 

Jetzt habe ich es doch getan. Ich habe meinem Händler erzählt, dass meine Anemonenfische die Anemone ignorieren und er hat mir einen Umtausch angeboten. Nach einiger Wartezeit kam nun eine neue Lieferung Anemonen. Ich habe meine gelbe Anemone sofort unentgeltlich gegen eine wunderschöne Entacmea quadricolor (Kupferanemone) eingetauscht. Auf dem Bild ist sie noch etwas zusammengezogen, hat aber sofort den ihr zugewiesenen Platz akzeptiert.


Wie man auf diesem Bild sehen kann, war der Umtausch der Anemone auch höchste Zeit. Ein Anemonenfisch hat schon begonnen die Cladiella spp. (Fingerlederkoralle) als Ersatzanemone zu bewohnen.

 

 

27.05.2002

Man glaubt es kaum, nur einen Tag nach dem Umtausch haben die Anemonenfische die neue Anemone bezogen. Sie fühlen sich super wohl und baden regelrecht in der Kupferanemone.

 

 

 

17.06.2002

Wir sind wieder aus dem Urlaub zurück (10 Tage). Das Becken hat dank Futterautomat und dank Basti's Hilfe die Zeit problemlos überstanden.

Leider haben wir während unseres Urlaubes einen interessanten biologischen Effekt verpasst. Am Anfang waren die beiden Anemonenfische ungefähr gleich groß und männlich. Jetzt hat sich ein Tier zum Weibchen umgewandelt, es ist merklich größer und hat einen dunklen Rücken bekommen (siehe Bild). Das nun größere Weibchen dominiert die Beziehung.

 

Wieder eine Neuanschaffung: Hirnkoralle - Closed Brain corals (Favia spec / Favites spp??) - 20 Euro
Leider stand sie beim Händler mit der einen Seite sehr schattig und ist dort weiß. Ich hoffe das das kein ernsteres Problem ist.

Nachtrag vom 28.10.02: Die weißen Stellen sind komplett verschwunden seitdem die Koralle direkt unter HQI Licht steht.


27.06.2002

Eine weitere Neuanschaffung: Ein Schwamm (nähere Bestimmung steht noch an) - 25 Euro. Beim Transport und Umsetzen eines Schwammes ist es extrem wichtig, dass der Schwamm immer unter Wasser ist und niemals mit Luft in Berührung kommt, da sonst Luftbläschen die feinen Kanäle des Schwammes verstopfen könnten. Der Schwamm würde in einem solchen Fall absterben.

 

 

Ein Geburtstagsgeschenk von Basti. Einen Oxycirrhites typus (Korallenwächter) - 35 Euro


 

Diese besondere Sarcophyton ehrenbergi (Pilzlederkoralle) kommt aus Mauritius und ist angeblich schwer zu bekommen. Sie fasziniert durch ihre für Weich- bzw. Lederkorallen ungewöhnliche Farbe. Die Spitzen leuchten in einem sehr hellen Grün. Preis: 25 Euro


 

Mein erster Ableger. Ich habe von einem Stein mit 6 Pilzlederkorallen ein Exemplar mit einem Skalpell abgeschnitten und mit einem Kabelbinder auf einem Stein befestigt. Das Tier ist erstaunlich schnell angewachsen und steht im Moment besser da, als die "Verwandten" auf dem original Stein.

 

 



Da die drei Chrysiptera parasema (Gelbschwanzdemoisellen) das ganze Becken in Reviere aufgeteilt haben und alle anderen Beckeninsassen terrorisieren (sie fliegen Tieffliegerangriffe in den Bauch der anderen Fische) werde ich sie zum Händler zurückgeben. Verschiedene Versuche sie mit dem Kescher zu fangen waren aussichtslos. mein Händler hat mir jetzt eine Fischfalle geborgt, in die über ein dünnes Rohr Futter eingefüllt wird. Jetzt braucht man sich nur noch auf die Lauer legen und wenn ein Fisch in der Falle ist, an der Leine ziehen und damit die Falltür auslösen.


Nach einem Tag Fütterung über die Falle haben sich die meisten Fische an die Falle gewöhnt und besuchen sie regelmäßig zum fressen. Teilweise befinden sich bis zu vier Fische gleichzeitig in der Falle. Der Korallenwächter bezieht gleich die Falle als neues Zuhause. Wir taufen ihn darauf hin "Hugo Boss". Nur die Gelbschwanzdemoisellen wissen was ihnen blüht und sind vorsichtig. Es dauert zwei Tage bis ich zwei Exemplare gefangen habe. Der dritte Bruder entzieht sich der Verhaftung und ich beschließe ihn im Becken zu belassen. Vom Händler gibt es für die zwei Demoisellen noch 5 Euro zurück.


01.07.2002

Nach langer Bedenkzeit habe ich ihn nun doch gekauft, einen Chelmon Rostratus (Orangebinden-Pinzettfisch) - 35 Euro.
Dieser Fisch ist ein Nahrungsspezialist und frist vorwiegend kleine Bewohner der lebenden Steine (Rohrwürmer, Glasrosen, etc.). Wenn man ein Exemplar erwischt, welches nicht an Ersatzfutter zu gewöhnen ist, kann es passieren, das es nach dem Verbrauch aller Kleintiere verhungern muss. Einige Tipps zum Thema Fütterung des Chelmon Rostratus gibt es hier: 1. Tipp & 2. Tipp.
Ich habe den noch sehr jungen Fisch (~5 cm) beim Händler reservieren lassen und mir im Abstand von einigen Tagen zeigen lassen, dass er an Ersatzfutter (gefrorene Artemia) geht. Zuhause war er die ersten zwei Tage sehr zurückhaltend. Ich musste die jeweilige Futtermenge erhöhen, damit er eine Chance hatte etwas abzubekommen. Mittlerweile frist er mit allen anderen Fischen um die Wette. Am Anfang habe ich noch mitgezählt wie viel Stück Artemia er erwischt, seit diese Zahl aber über 20 liegt, mache ich mir keine Sorgen mehr.

 

05.07.2002

Ich habe mich gestern ganz schön erschreckt, als plötzlich eine 'Vogelspinne' unter einem lebenden Stein hervorkroch. Da aber Wasser im Becken ist, musste es wohl doch eine Krabbe sein
Aber mal Spaß beiseite - ich habe gestern diese Krabbe in meinem Becken gefunden (siehe Foto). Sie ist mind. 3 - 4 cm im Durchmesser, hellbraun und stark behaart (igitt).
Das Foto ist leider etwas unscharf. Es zeigt die Krabbe von vorne. In der Mitte sieht man den Körper, die Augen und den Mund. Links und rechts unten sind die Beine bzw. Scheren. Es ist schon erstaunlich was man noch in seinem Becken entdecken kann, obwohl es nun schon einige Monate läuft.

Ein weiterer ungebetener Mitbewohner ist diese Krabbe die in einer Höhle in einem Stein wohnt. Sie ist rund 2 cm groß und ich konnte sie schon einmal auf einem nächtlichen Streifzug beobachten. Schaden hat sie bisher noch nicht angerichtet.




09.07.2002

Das Becken am 09.07.2002


 

Mein erster Versuch Ableger von einer Röhrenkoralle zu erzeugen. Ich habe einfach einige Röhren mit dem Skalpell abgeschnitten und mit Korallenkleber auf einem Stein befestigt.


 


10.07.2002

Schnellkauf: Stein mit gelbe Krustenanemone - 8 Euro

 

 

21.07.2002

Nun bin ich doch auf eine HQI Leuchte umgestiegen. Die Röhren waren mir auf Dauer zu dunkel und für einen T5 Balken reicht der Platz unter der Abdeckung nicht aus. Ich habe bei eBay eine 250W 10.000K Lampe für 175,- Euro ersteigert. Der Lampe lagen zwei neue Brenner von Sylvania bei. Da mir diese Brenner aber zu grün waren, habe ich mir noch einen Brenner von BLV gekauft (75,- Euro). Die Sylvania-Brenner werde ich evtl. auf eBay versteigern.
Das Becken ist jetzt natürlich jetzt oben offen, was man auch sofort an der höheren Luftfeuchtigkeit im Zimmer bemerkt. Von der Abdeckung ist nur noch ein rund 10 cm breiter Streifen an der Front des Beckens vorhanden. Hier sind jetzt zwei (weiß / blau) der ursprünglich drei Röhren untergebracht. Die Röhren brennen rund 12 Stunden und die HQI-Lampe brennt 7 Stunden.
Es ist schon ein gewaltiger Unterschied wie hell das Becken jetzt ist. Für meinen Geschmack könnte das Licht aber noch blauer sein. Jetzt habe ich auch endlich genug Licht für Steinkorallen und den berühmten "Kringeleffekt" habe ich jetzt auch :-).

22.07.2002

Leider gab es am Wochenende den ersten Rückschlag. Der kleinere der beiden Anemonenfische, also das Männchen, lag tot im Becken. Da die Einsiedlerkrebse sich schon über ihn hergemacht haben, ist nicht mehr viel von ihm übrig und eine Ursachenanalyse ist nicht möglich. Der Fisch hatte keinerlei Krankheitsanzeichen und schwamm gestern noch munter im Becken.

 

Damit sich das verbliebene Weibchen nicht zu einsam fühlt, habe ich am Montag sofort ein neues, kleines Tier gekauft (14,- Euro). Ich hoffe es wird als Männchen angenommen. Keine 20 Sekunden nach dem einsetzen wird das neue Tier auch schon vom Weibchen umkreiset. Ein Paar sind die beiden aber noch nicht geworden. Der neue Beckenbewohner ist noch nicht in die Anemone eingezogen, sondern bewohnt die benachbarte Lederkoralle

 

11.08.2002

Heute habe ich mir noch einen flachen 'Lebenden Stein' gekauft, der jetzt hochkant, hinten auf dem Riff steht und damit dem Riff mehr Höhe gibt (siehe auch Beckenansicht weiter unten). Der Stein ist mit Anthelia sp (Zartgefiederte Straußkoralle) und einer grünen Scheibenanemone bewachsen. Dazu habe ich noch ein relativ großes Keniabäumchen erworben - zusammen 35,- Euro.



Ein sehr schöner Schnappschuss - der Korallenwächter auf einem Schwamm.



 

Einig besonders freche Exemplare fressen mittlerweile auch aus der Hand. Das freut mich besonders für den Chelmon Rostratus (Orangebinden-Pinzettfisch), der ja bekanntlich schwer an Ersatzfutter zu gewöhnen ist.

 


Beckenansicht am 11.08.2002 - jetzt mit HQI-Licht.
 

 

Steinkorallen ziehen ein

18.09.2002

Nachdem ich jetzt das richtige Licht habe (HQI 250W 10.000K von BLV) wollte ich mich auch an weitere Steinkorallen wagen. Über die Nachzuchtbörse im Internet bin ich auf einen privaten Züchter in meiner Nähe gestoßen. Nach einem kurzen Telefonat habe ich mich in das Auto geschwungen und stand vor einem herrlichen Becken und diversen Nachzuchtbecken (siehe Bild). Für 80,- Euro habe ich 9 Steinkorallen gekauft und als Zugabe gab es noch zwei Sorten Xenia und eine Scheibenanemone.


Pumpende Xenia als Zugabe.
 

 

Hier eine Liste der gekauften Steinkorallen:


Acropora Echinata Acropora Echinata Acropora Pulchra
(Stüberische Acropora bzw.
Berliner Geweihkoralle)
     
Acropora Pulchra
(Stüberische Acropora bzw. Berliner Geweihkoralle)
Acropora Selago Acropora formosa
(Enzmann Koralle)
     
Montipora (braun) Montipora (grün) Pocillopora
(Buschkoralle)
 

Im Becken des Händlers haben die meisten Acropora noch deutliche Polypen gezeigt. Besonders die Acropora Salego zeigte 5 - 10 mm lange grüne Polypen. Diese Polypen waren auch noch zwei Tage in meinem Becken zu sehen (siehe Bilder oben). Mittlerweile zeigen sie sich kaum noch. Ich hatte am Anfang meinen Centropyge loriculus (Flammen-Zwergkaiserfisch) im Verdacht. Ich konnte ihn aber nie an den Korallen sehen. Mittlerweile (nach 2 Monaten) glaube ich aber trotzdem, dass sich die Korallen wohl fühlen. Sie zeigen deutliche Wachstumsspitzen und haben sich teilweise durchgefärbt (von braun nach gelb bzw. grün).
Wegen der Steinkorallen überwache ich zur Zeit besonders die Nitrat-, Kalzium- und Magnesiumwerte. (mehr dazu in Kürze)

Ein kleine Schlangenstern hat sich mit den Steinkorallen eingeschlichen und klettert hier die Scheibe hoch.

 


Eines morgens glaubte ich es hat einen Einsiedler erledigt, es handelte sich aber nur um die Reste einer erfolgreichen Häutung.


 

Da ich mir ein Paar Grundeln zulegen möchte, die permanent den Boden durchwühlen, habe ich einen Teil des groben Bodengrundes herausgenommen  und ihn gegen feinkörnigeren Korallenbruch ausgetauscht. Bei diesen Bodenarbeiten sind mir vier Borstenwürmer über den Weg gelaufen, die ich mit einer Pinzette fangen konnte (nicht anfassen - sie nesseln!!). Auf dem Bild sieht man ein 8cm-Exemplar in einem Einlitergefäß kurz vor seiner Hinrichtung (heißes Wasser). Interessanterweise ist das dünne Ende der Kopf.


Das Becken am 09.09.2002

 

 

12.09.2002

Das Becken am 12.09.2002. Ich habe mir eine weiter Platte aus lebendem Gestein besorgt (Dank an Michael K.), um damit die jetzt die gesamte Beckenrückwand zu bedecken.


 



 

 

13.9. - 14.10.2002

Am 21.09.2002 ist der Oxycirrhites typus (Korallenwächter) aus dem Becken gesprungen und lag am Morgen tot auf dem Boden.
Der Korallenwächter ist als 'Springer bekannt', ich konnte mir aber nicht vorstellen, dass er über den 10 cm hohen Beckenrand springen würde. Der ganze Vorfall ist besonders tragisch, da der Fisch ein Geburtstagsgeschenk ist un auch nicht gerade billig war.
Das Bild entstand am Abend vor dem Todessprung.

 

 

Leider hat mein schöner Schwamm (Stylissa carteri) das zeitliche gesegnet. Er hatte sich von seinem Stein gelöst und ich habe versucht ihn mit Injektionsnadeln wieder zu befestigen (siehe Bild), das hat aber nicht wirklich gehalten. Ich habe ihn dann mit Korallenkleber an einem Stein befestigt, evtl. war das auch ein Fehler und er hat den Kleber nicht vertragen. Eine andere mögliche Ursache ist, dass ich ihn evtl. zu starkem Licht ausgesetzt habe. Ich weiß die wirkliche Ursache nicht. Er ist letztendlich immer kleiner geworden und hat Löcher bekommen. Ich habe ihn erst an eine schattige Stelle mit viel Strömung gesetzt und später ist er in das Ablegerbecken umgezogen. Es hat aber nichts geholfen.


 


Nachdem ich den groben Bodengrund gegen Feinkörnigen (2-4mm) ausgewechselt habe, war die Zeit gekommen mir ein Pärchen Puellaris Grundeln (Valenciennea puellaris) zu holen. Da der Händler nur ein Pärchen da hatte, hatte ich auch keine große Auswahl. Eines der beiden Tiere sah mir etwas schwach aus. Der Händler meinte aber das ist OK. Leider ist mir diese Grundel am nächsten Tag eingegangen.
 

Ich habe dann einen neuen Partner gekauft. Anhand der Rückenflosse war ich mir sicher, dass es sich um das andere Geschlecht handelt (bei einem Tier ist immer der zweite Strahl der Rückenflosse verlängert).
Die Grundel, die ich nachgekauft habe, hatte sich bereits seit 2 Tagen im Händlerbecken mit einem Partner angefreundet und das sollte jetzt auch noch mal mit der verwitweten Grundel in meinem Becken funktionieren.
Aber weit gefehlt, nach dem Zusetzen der neuen Grundel war Mord & Totschlag angesagt. Die neue Grundel hat die Alteingesessene permanent durch das Becken gejagt. Zum Glück ist es mir gelungen die alte Grundel mit dem Kescher zu fangen. Das gelang mir aber nur, weil die neue Grundel die Alteingesessene immer wieder aus den Höhlen vertrieben hat und sie sich dadurch nicht vor meinem Kescher verstecken konnte.

Jetzt dachte ich mir, ich bin doch ein schlaues Kerlchen und bringe die alteingesessene Grundel zum Händler zurück und tausche sie gegen die Grundel ein, die bereits für 2 Tage mit der Grundel (die jetzt allein in meinem Becken war) verheiratet war.
Aber die große Überraschung war, dass nach dem Zusetzen des alten Partners wieder Mord & Totschlag angesagt war. Das konnte ich jetzt nicht verstehen, evtl. waren die Beiden beim Händler kein echtes Paar, sondern haben nur das Kämpfen aufgegeben, da sie sich im kleinen Händlerbecken nicht aus dem Weg gehen konnten.
Ein Rausfangen ist mir diesmal nicht gelungen Also dachte ich, dass eine Grundel dann wohl irgendwann vor lauter Stress sterben wird. Aber oh Wunder - nach einer Woche hörten die Kämpfe auf, und nach zwei weiteren Wochen saßen sie zusammen in einer Ecke. Sie ignorieren sich im Moment, ob sie noch mal ein paar werden weiß ich nicht und ich bin mir nach der ganzen Story auch nicht mehr sicher, ob sie überhaupt Männchen und Weibchen sind.
 

Jetzt hat auch meine Entacmea quadricolor (Kupferanemone) angefangen zu wandern. Zum Glück ist sie nicht sehr weit gekommen und hat nichts vernesselt. Sie sitzt jetzt vor bzw. unter dem Stein auf dem sie vorher gewohnt hat.

 

 

Ich habe mir nun einen roten Seestern (Fromia indica) gekauft (19,- Euro) und wie es sich gehört, sehr langsam eingewöhnt (2 Stunden mit der Tröpfchen Methode). Auch habe ich beim Einsetzen darauf geachtet, dass er nicht mit Luft in Berührung kommt.
Trotzdem hatte er kurz nach dem Einsetzen ein Loch im Zentrum (bin mir nicht sicher ob das beim Kauf schon da war). Nach 24h sah ein Bein aus, als wenn eine Granate darauf explodiert wäre. Er hatte aber noch genug Kraft an der Scheibe herumzukriechen. Ich vermute mal er hat den osmotischen Schock beim Umsetzen doch nicht wirklich vertragen oder er war schon vorgeschädigt.
Als am nächsten Tag bereits ein zweites Bein fehlte, habe ich mich entschieden das Leiden zu beenden. Der Seestern 'schläft' jetzt im Tiefkühlschrank und ich werde ihn an einen Bekannten weitergeben, als Futter für seine Harlekin Garnelen.


Das Monster hat sich wieder gezeigt! Ich habe diese haarige Krabbe erst zum zweiten Mal gesehen. Sie ist mittlerweile fast 5 cm groß. Man konnte deutlich beobachten wie sie Kalkrotalgen fraß. Ein Versuch sie mit einer Pinzette zu fangen schlug leider fehl.

 


Projekt "Ablegerbecken"

Okt. - Dez..2002

Mein neues Projekt ist ein 54L Ablegerbecken. Auf den Bildern sieht man deutlich den Unterschied zwischen einer Daylight-Röhre (für Süßwasserbecken) und der 10.000K Röhre für Meerwasserbecken. Da Licht der 10.000K Röhre ist wesentlich blauer.
 

In das Becken kommen ein Heizstab und eine Pumpe mit 600L/h. Der Pumpenstrahl ist gegen die Wasseroberfläche gerichtet, um einer Kammhautbildung vorzubeugen. Diese Kammhaut auf der Wasseroberfläche würde sonst den Sauerstoffaustausch mit dem Wasser verhindern. Die Einrichtung besteht aus Lebenden Steinen, Bodengrund und eingefahrenem Wasser aus dem großen Becken.Da das Becken keinen Abschäumer hat, wird 1 - 2 mal pro Woche ein 5L Wasserwechsel durchgeführt.

Der erste Besatz sind Weichkorallenableger, eine Scheibenanemone und ein Stein mit Krustenanemonen aus dem Hauptbecken. Auch ein Einsiedlerkrebs zieht aus dem großen in das kleine Becken.



Angeregt durch die Zeitschrift Koralle habe ich einen Alpheus bellulus (Symbiosekrebs) und eine dazugehörige Stonogobiops nematodes (Lanzen-Symbiosegrundel) eingesetzt - je 17 Euro. Es ist ein imposantes Schauspiel zu beobachten, wie die beiden interagieren. Die Symbiosegrundel bewacht den Eingang der Höhle und der Krebs ist die ganze Zeit am buddeln. Wenn gefüttert wird, verlassen beide die Höhle, bleiben aber immer über die Fühler das Krebses in Kontakt. Bei der kleinsten Gefahr warnt die Symbiosegrundel den Krebs durch ein Zittern und beide verschwinden in einer der vielen Höhlen. Der Krebs baut bei Tag und Nacht das Becken um und unterhöhlt den gesamten Beckengrund. Kein Stein ist ihm zu groß und ich muss regelmäßig einige Ableger wieder ausgraben.

Zwei weitere neue Bewohner sind 2 Korallengrundeln Gobiodon okinawae (gelbe Korallengrundel) und Gobiodon rivulatus (geringelte Korallengrundel) - je 9 Euro.
Diese beiden Grundeln sind sehr wenig aktiv und 'sitzen' fast den ganzen Tag auf oder unter einer Koralle. Nur zum Fressen verlassen sie ihr Versteck.
Leider haben beide Fische einige Zeit nach dem Einsetzen die Pünktchenkrankheit (Chryptocaryon) bekommen. Trotz der Zugabe von Vitamiene und EasyLife, der Absenkung der Dichte auf 1.018 und einem großen Wasserwechsel, sind die Fische nach einem zweiten Krankheitsschub verstorben. Interessanterweise hat die Lanzen-Symbiosegrundel keine Pünktchen bekommen, das kann evtl. daran liegen, dass sie sich hauptsächlich in ihrer Höhle aufhält und dann für die Parasiten im Schwärmerstadium nicht erreichbar ist.

Ein anderes Probleme mit dem Becken ist, dass sich trotz einer zweiten Pumpe immer eine Kammhaut bildet. Ich müsste also in einen Oberflächenabzug und einen Außenfilter investieren um das Problem zu lösen. Auch das Licht hat sich als nicht ausreichend erwiesen. Die meisten Korallenableger und Krustenanemonen sind unnatürlich lang um sich dem Licht entgegenzustrecken. Es müsste eigentlich mind. eine zweite Leuchtstoffröhre installiert werden. Aufgrund dieser Probleme und dem Rückschlag mit zwei toten Tieren, habe ich das Projekt abgebrochen und das Becken mit Inhalt einem Bekannten geschenkt, der ein Nanobecken für seinen Sohn aufbauen will.

Ich werde mich wieder verstärkt auf das große Becken konzentrieren.
Becken am 01.11.2002

 

 

 

In das große Becken ist noch ein neuer Bewohner eingezogen: Stenopus hispidus (Rot-Weiß Gebänderte Scherengarnele).
Sie ist leider nur nachts zu sehen. Sieht aber sehr futuristisch aus.

 

 

Probleme mit Steinkorallen

Dez. - Jan 2002

Ich habe jetzt seit einiger Zeit Probleme mit meinen Acropora-Steinkorallenablegern. Mittlerweile sind auch einige Exemplare abgestorben. Es beginnt immer gleich. Zuerst werden die Spitzen weiß und 3-4 Tage später ist die ganze Koralle weiß und es ist nur noch das Kalkskelett zu sehen. Meine Suche nach den Ursachen war bisher erfolglos. Parasiten scheiden weitestgehend aus, da dann die Korallen normalerweise von unten her weiß werden.
 

Ich habe also beschlossen mich verstärkt auf die Wasserwerte zu konzentrieren. Zum Überwachen des pH-Wertes habe ich mir ein ph-Meßgerät geborgt und festgestellt dass der pH etwas zu tief ist. Er liegt morgens bei 7,6 und abends bei 7,9 (richtig ist 7,9 - 8,2).
Auch der Ca-Wert ist mit 350 mg/L ist zu Tief, er sollte bei 420 liegen. Mg ist mit 1350 in Ordnung. Das Problem mit dem pH- und Ca-Wert wundert mich etwas,. da ich jeden Tag Kalkwasser zugebe.  Ich habe nach längerer Diskussion mit Mitgliedern aus dem Meerwasserforum beschlossen auf die Ballinmethode zur Ca-Zugabe umzustellen. Über die Kalkwassermethode und die Ballinmethode werde ich ausführlich hier eingehen: Bericht zur Ca-Zugabe.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Mangel an Jod. Ich habe mir Betaisodona zur Nachdosierung von Jod in der Apotheke gekauft (8 Euro), allerdings sollte man dieses Präparat nur nutzen wenn ein Abschäumer läuft. PVP-Jod ist ein Komplexbildner und hat das Jod gebunden. Im Wasser wird das Jod dann freigesetzt und das PVP abgeschäumt. Man dosiert 1 Tropfen Betaisodona auf 200 L Beckenvolumen täglich, aber auch hier langsam anfangen, ganz wichtig! (Quelle: Jörg Kokott)

Eine andere Möglichkeit ist eine 10%igen Lugol'sche Lösung  (LL), die man in der Apotheke mischen lassen kann. Die normale LL ist 1%ig und für den klinischen Bereich. Diese kann man auch benutzen, aber davon braucht man dann aufgrund der Verdünnung auf 100 L 10 Tropfen pro Tag.
Hat man eine 10%ige LL dosiert man pro Tag einen Tropfen auf 100L Wasser. Aber man sollte langsam anfangen (100 mL von der 10%igen LL kosten ~5-10 Euro).


Auch Schwankungen bei der Dichte könnten das Problem sein. Diese sollte zwischen 1.022 und 1.024 liegen. Es ist aber wichtiger immer die gleiche Dichte zu halten (Schwankungen vermeiden) und nicht so wichtig z.B. genau 1.024 zu treffen. Zur besseren Messung habe ich mir ein Leitwertmessgerät bei eBay gekauft. Ich habe 89,- Euro für das Gerät von Sera gezahlt. Es war original verpackt und kostet normalerweise über 200 Euro. Das Gerät von Sera hat zwei Messbereiche: µS für das Messen von Osmosewasser und mS für das Messen von Salzwasser. Mit dem Gerät merkt man erst mal wie ungenau die normalen Aerometereigentlich messen.

Es ist aber auch möglich, dass die Schädigungen durch Vernesselungen durch andere Korallen oder durch Verletzung der Ableger durch Fische oder beim Hantieren im Becken zustande gekommen sind.
Bevor ich weitere Steinkorallen einsetze möchte ich gerne diese Probleme im Griff haben.

Der kurze Besuch des Chaetodon auriga (Fähnchen - Falterfisch)

Dez. 2002

Im Tausch gegen diese Cladiella spp. (Fingerlederkoralle) habe ich einen Chaetodon auriga (Fähnchen - Falterfisch) erhalten. Nachdem dieser zwei Tage vom Zebrasoma flavescens (Gelber Hawaii-Doktorfisch) durch das Becken gejagt wurde und auch zwei Schnittverletzungen durch das Skalpell des Doctors bekommen hat, hat er sich schnell eingelebt und die Wunden sind auch nach kurzer Zeit verheilt.
Beim Vorbesitzer ist er an keine Korallen gegangen. Aber wie sagt man immer 'Jeder Fisch ist in jedem Becken anders'. Bei mir hat er sofort begonnen an einigen Korallen und Krustenanemonen zu zupfen.

Leider habe ich kein Bild von diesem sehr schönen Fisch, aber hier ist ein Link

An dieser
Pocillopora hat er so lange gezupft bis keine Polypen mehr da waren. Es hat Wochen gedauert bis sie wieder zum Vorschein gekommen sind.

   

 

Die Sinulaira und die Krustenanemonen wurden auch ein Opfer des Falterfisches. Die Sinulaira ist völlig zusammengezogen und hat auch Wochen gebraucht sich zu erholen

 

Nach rund zwei Wochen habe ich beschlossen den Falterfisch wieder rauszufangen. Zum Glück ging er sofort in die Falle. Beim Händler gab es noch 20 Euro dafür (Neupreis: 40 Euro).
Fazit: Einer der schönsten Fische, aber nicht für ein Korallenriffbecken geeignet.
 

Gelbschwanzdemoiselle vs. Paletten-Doktorfisch

Jan. 2002

Da ich den Falterfisch abgeben musste, wollte ich mir jetzt einen neuen Fisch gönnen. Bei einem Bekannten habe ich einen nur 3 cm großen Paracanthurus hepatus (Paletten-Doktor) gesehen. Ein wunderschöner Fisch. Beim gleichen Händler habe ich mir dann auch einen gekauft (45 Euro). Eigentlich ist mein Becken für zwei Doktoren zu klein, aber zum einen ist der Fisch im Moment nur 3 cm lang und zum anderen ist ein größeres Becken schon in Planung.
Der Händler hat mich noch gewarnt, dass es in 90% der Fällen zu Schwierigkeiten kommt sobald man einen zweiten Doktor zu dem Zebrasoma flavescens (Gelber Hawaii-Doktorfisch) dazusetzt. Es kann passieren, dass der Hawaii-Doktorfisch den neuen Paletten-Doktor solange jagt, bis er tot ist. Aus diesem Grund habe ich mit meinem Bekannten ausgemacht, dass ich den Paletten-Doktor sofort rausfange falls es Schwierigkeiten gibt und er ihn zu seinem Paletten-Doktor als zweites Tier zusetzt. Da er ein 2,30m Becken hat, sollte das keine Probleme machen.
Eine zweite Warnung war noch, dass der Paletten-Dokto
r sehr schnell weiße Punkte bekommt (Chryptocaryon - eine Krankheit).

Nachdem ich den Paletten-Doktor langsam mit der Tröpfchenmethode eingewöhnt habe, kam er bei abgedunkeltem Becken in sein neues Zuhause. Zuerst hat er sich zwischen den Algen versteckt und lag auf der Seite. Zum Glück hatte ich gelesen, das das beim Umsetzen von Doktoren normal sein kann. Der Hawaii-Doktorfisch schenkt ihm keinerlei Beachtung.
 

Als der Paletten-Doktor das erste mal durch das Becken schwimmt, geschieht etwas Merkwürdiges. Die kleine Gelbschwanzdemoiselle beginnt ihn zu umkreisen und zu 'beschnuppern'. Erst jetzt fällt mir auf, dass die beiden Fische sich sehr ähnlich sehen. Beide haben einen blauen Körper, einen gelben Schwanz und sind rund 3 cm groß.
Die Gelbschwanzdemoiselle blieb aber nicht lange so nett und entschied nach kurzer Zeit den Pallenten-Doc als Konkurrenten einzustufen. Von diesem Moment an wurde der Doc nur noch durch das Becken gejagt. Gelbschwanzdemoisellen sind als starke Revierverteidiger bekannt. Sobald ein Fisch in die Nähe der Höhle der Gelbschwanzdemoiselle kommt, wird er verjagt. Was aber jetzt passiert habe ich noch nicht erlebt. Die Gelbschwanzdemoiselle verfolgt den Doc in jede Ecke und versucht ihn zu beißen und zu stoßen. Nach kurzer Zeit muss ich um das Leben des Docs fürchten. Der Doc hat nach kurze Zeit schon einige kleine Bissspuren am Bauch. Um Schlimmeres zu verhindern, schalte ich das Licht aus, denn nur im Dunkeln gibt die Demoiselle ruhe.
 
Da meine Gelbschwanzdemoiselle meinen kleinen Paletten-Doc rund um die Uhr fertig macht, muss sie jetzt sehr schnell raus! Wie schon beim ersten Versuch sie zusammen mit ihren zwei Kollegen zu fangen, geht sie weder in die Fischfalle noch in ein selbstgebautes Netz. Alle anderen Fische können gar nicht schnell genug in die Fallen schwimmen.

Ich werde also das ganze Riff aus dem Becken nehmen müssen, um die Gelbschwanzdemoiselle dann zu fangen. Ich werde die einzelnen Steine, die natürlich mit div. Stein- und Weichkorallen bewachsen sind, in Wannen und Eimern zwischenlagern und die Gefäße dann mit Aquariumwasser füllen. Ich hoffe das dauert nicht länger als 30 - 60 min.

Eine Stunde Später: Der Abbau ging schnell. Alle Steine in Eimer und Wannen und Wasser drüber - das hat super funktioniert. Nach 10 Minuten war die Gelbschwanzdemoiselle im Netz. Auch die  Wollkrabe mit 5 cm Durchmesser habe ich bei der Gelegenheit noch rausgefangen.
Das größte Problem war das Riff wieder aufzubauen. Das Ganze hat man ja über ein Jahr Stück für Stück aufgebaut. Beim Abbau habe ich mir noch die Position aller Steine gemerkt ... aber Pustekuchen ... beim Zusammenbau passte gar nichts mehr. Es hat dann weitere 50 Minuten gedauert. Es sieht jetzt etwas anders aus, aber auch nicht schlecht.
Die Ganze Aktion hat soviel Dreck aufgewirbelt, dass man 2 Stunden nichts mehr im Becken sehen konnte. Ich habe, nachdem wir fertig waren, erst mal eine Ladung Easy-Life rein gegeben. Bisher sind keine Verluste zu verzeichnen.

Die Gelbschwanzdemoiselle kam dann in den 'Eimer für schwererziehbare Fische' (natürlich mit Heizstab und Strömungspumpe).
Ich habe beide Tiere am nächsten Tag einem Bekannten übergeben.
 

Das Becken nach dem Umbau.


 

Eine schöne Nachricht: Kurz nach dem Umbau hat sich meine Anemone geteilt. Evtl. war der Auslöser ja auch eine unbemerkte Verletzung während der Umbauarbeiten. Eine Anemone ging an meinen Bekannten für sein Nanobecken.

 

 

Pünktchenkrankheit (Chryptocaryon).

Wie fast schon zu erwarten bekommt der Palleten-Doc wenige Tage nach dem Beckenumbau durch den Stress mit der Gelbschwanzdemoiselle und durch die Arbeiten im Becken die Pünktchenkrankheit (Chryptocaryon).

 

Ich habe schon alle üblichen Maßnahmen eingeleitet:
(das Bild zeigt das Becken nach der Zugabe von EasyLife)


- Zugabe von Vitamine
- Verstärkte Fütterung
- Zugabe von Knoblauch
- EasyLife
- Dichte auf 1.018 runter setzen
- Weniger HQI-Beleuchtung
- 30% Wasserwechsel

Es hat hat aber alles nicht wirklich geholfen (nach einer Woche). Kupferhaltige Medikamente kann man nicht verwenden, da Kupfer den Korallen schadet. Man kann natürlich den kranken Fisch fangen und in einem separaten Becken behandeln. Aber das bedeutet wieder Stress und der Teufelskreis beginnt von vorne.
Ich habe mich bei meinem Händler nach dem Medikament 'Preis Neosal' erkundigt, welches kein Kupfer enthält. Er ist aber nicht von der Wirksamkeit überzeugt.
Er hat mir aber Salifert 'Stop Parasit' empfohlen (19,90 Euro). Er und viele Kunden haben wohl gute Erfahrungen damit.
Ich habe schon herausbekommen, dass das Mittel nur von Salifert in Europa vertrieben und eigentlich von Chem-Marin hergestellt wird (und auch vergleichbar mit Kent Marine's RxP Marine ist).

Aus folgendem Text geht hervor, dass das Produkt auf 'scharfem Pfeffer' basiert. Die Fische schleimen dann verstärkt und können die Parasiten abstreifen. Außerdem soll das Mittel dann einen Wirt für die Parasiten simulieren (???) und so die Fische schützen.

Zitat: According to the fact sheets supplied by Al Ciannelli, who developed Stop Parasites, the product make the fish create extra slime which, in turn, make the parasites slough off the animal. Then Stop Parasite provides a "false host" for the parasites to feed upon which is more desirable than the fish itself.

Angeblich liegt die Erfolgsrate bei 80-90%. Bei Anwendung von Kupfer liegt diese wohl nur bei 50%.

Zitat: It gives a better cure rate (80-90%) than copper (50%) ans is much safer for the tank and for you.

Der gesamte Text ist hier.

Ich habe das Mittel gekauft (19,90 Euro) und werde es testen. Es wird nur alle 3 Tage dosiert (5ml pro 100L). UV muss ausgeschaltet werden und alle Filter, die Partikel <24 Mikrometer rausfiltern, müssen raus (z.B. Kohle).

Ich habe mir außerdem eine größere UV Anlage gekauft: 30W, hat gebraucht 30 Euro gekostet. Angeblich ist die Lampe darin nur 4 Monate alt. Ich habe die Lampe im Steinunterbau versteckt und anschließend noch verkleidet. Die Lampe muss schräg stehen um die Bildung von Luftblasen zu verhindern.

 

Becken am 21.01.2003

 

 

28.01. 2002

Bei einem Besuch beim Händler - ich wollte mir eigentlich nur das neue Percula120 in Echtholz anschauen - habe ich mal wieder zugeschlagen

Zwei Einsiedler - je 2,90 Euro


 

Fromia cf. nodosa (Knotiger Seestern) - 16 Euro
Generell aber halten sich Seesterne nicht sehr lange. Sie werden im Aquarium selten älter als 2 Jahre. Ich denke mal sie verhungern dann. Das steht auch im Meerwasserlexicon (http://www.korallenriff.de/lexikon/fromia_spp1.html).


Galaxea fascicularis (
Kristallkoralle??) - 15 Euro

 


Caulastrea frucata
(Fingerkoralle) - 22 Euro
Diese Koralle fügt sich sehr schön in das Riff ein, als hätte sie schon immer dort hingehört.

 

Aber das neue Percula habe ich mir natürlich auch angeschaut (Echtholz, besserer Abschäumer, bessere Lampe). Aber der Preis hat es auch in sich.

 


19.02.2003

Zuerst die gute Nachricht, der Paletten-Doc ist wieder gesund. Ob jetzt Salifert's 'Stop Parasit' geholfen hat, ob es all die anderen Maßnahmen waren oder ob der Fisch auch so gesund geworden wäre, weiß man nicht. Ich werde jedenfalls bei einem erneuten Ausbruch wieder zu Salifert 'Stop Parasit' greifen.
Der Paletten-Doc ist mittlerweile immer der erste am Futter und wächst sichtbar.


Die schlechte Nachricht ist, dass auch der zweite Versuch mit einem Seestern in die Hose gegangen ist. Zuerst hat er ein Bein verloren, am nächsten Tag das zweite Bein und dann ist er von der Scheibe gefallen und hat sich nicht mehr gerührt. Als dann die Einsiedler anfingen sich an ihm zu schaffen zu machen, habe ich ihn aus dem Becken genommen.
Ich bin mir diesmal sicher, dass es nicht an einem zuschnellen Umsetzen lag oder an einer Vorschädigung. Immerhin hat er ja zwei Wochen durchgehalten.

Meine Theorie ist folgende: Am fordern Beckenrand befindet sich ein Glassteg. Unter diesem Glassteg gedeihen sehr schnell Algen. Diese Algen produzieren Sauerstoff, der sich manchmal unter dem Steg in großen Blasen sammelt. Ich habe den Seestern erwischt wie er unter diesem Steg herumgekrochen ist. Mit Sicherheit ist er auch mit den Gasblasen in Berührung gekommen. Bekanntlich reagieren Seesterne sehr empfindlich auf Luft, da Gasblasen das Kapillarsystem in den Beinen unterbrechen. Ich habe den Seestern sofort dort entfernt, und auch die Algen und Luftblasen beseitigt. Aber evtl. war es schon zu spät (das Ganze ist aber nur eine Theorie).


Spacelight SeitenansichtDie ganz gute Nachricht aber ist, dass ich mir jetzt ein neues Becken bestellt habe. Der Deal war, dass ich ein neues Becken bekomme, sobald ich eine neue Wohnung gefunden haben. Wir ziehen jetzt Mitte April in ein neues Haus und ich habe gestern das Percula120 in Echtholz-Buche (120x65x60, 450 Liter), bestellt. Der Listenpreis ist 2150,- Euro. Mein Händler verkauft es mir für 1950,- Euro. Für weitere 100,- Euro bekomme ich statt der Originallampe (Aquarstarlight future 2x150W) noch die Aquaspacelight mit 2x250W + 2x 'Dulux blau' dazu. Diese Lampe müsste eigentlich noch mal 300,- Euro extra kosten. Ich bekomme also für 2050,- Euro das Becken mit einem Listenpreis von 2450,-Euro.
Viele werden jetzt sagen, dass ist viel zu teuer und das Percula taugt sowieso nichts. Aber ich habe mit dem Percula 90 sehr gute Erfahrungen und finde auch das Konzept gut. Vom Preis kommt man in meinen Augen nur günstiger, wenn man das Ganze gebraucht kauft. Da es uns aber diesmal wichtig war, dass es von der Optik sehr gut in die Wohnung passt, wollten wir kein gebrauchtes Becken und es sollte Buche sein (in schwarz hätte es nur 1200 Euro gekostet, wäre aber auch kein Echtholz). Würde ich mir das Becken selber zusammenstellen, würde ich mit der Lampe, dem Abschäumer, den Pumpen und den Unterschrank auf mindestens den gleichen Preis kommen.


19.02.2003

Und wieder ist ein Fisch aus dem Becken gesprungen. Nach dem Korallenwächter hat es jetzt eine der Grundeln erwischt. Sie sind ja nie ein richtiges Paar geworden.


 

28 - 30.03.2003

Mit zwei befreundeten Aquarianern ging es zum 6. internationale Meerwasser-Symposium nach  Lünen. Ich fand die ganze Veranstaltung sehr gelungen und informativ. Man konnte endlich auch mal viele Kollegen aus dem Meerwasserforum treffen und viele bekannte Autoren und Experten sehen und hören.
Einen sehr ausführlichen Bericht gibt es hier: www.korallenriff.de


Tubastrea

02.04.2003

Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt mir eine Tubastrea (gelbe Kelchkoralle) anzuschaffen., Besonders gefällt mir die orange / gelbe Farbe. Abgeschreckt hat mich bisher, dass man diese Tiere regelmäßig füttern muss. Nach dem Lesen einiger Erfahrungsberichte, hat mich das aber nicht mehr aufgehalten. Die Preisunterschiede sind zwischen den Händlern sehr groß. Ich habe sie schon für 35 Euro gesehen. Beim Atoll (Gerresheimerstr. 144/146, 40721 Hilden) habe ich dann eine Tubastrea für  20,- Euro bekommen. Der Händler verkauft auch nur Tiere die sich regelmäßig öffnen. Das finde ich sehr vorbildlich. Gefüttert werden sie im Atoll mit Plankton. Das ist mir aber zu aufwendig.
Die Tubastrea sollte an einem dunklen Platz und mit dem Kopf nach unten stehen. Einen passenden Platz habe ich unter einem Überhang gefunden. Kurz nach dem Einsetzen haben sich die Polypen bereits wieder geöffnet.
Die Fütterung erfolgt täglich mit einer großen Spritze. Auf diese Spritze werden aufgetaute Artemia aufgezogen und direkt auf die offenen Polypen gespritzt. Die Wasserbelastung steigt dadurch nicht an, da die Futtermenge im Becken die selbe wie vorher ist. Ich zweige lediglich einen Teil der Futtermenge für die Tubastrea ab. Das Futter was nicht in den Polypen bleibt holen sich dann wieder Fische und Garnelen. Meistens bleibe ich nach der Fütterung eine zeitlang mit der Hand in der Nähe der Tubastrea, um die anderen Tiere davon abzuhalten das Futter aus den Polypen zu klauen.

Eine weitere Neuanschaffung sind zwei großpolypige Steinkorallen. Es handelt sich links um eine Euphyllia ancora (Grüne Hammerkoralle) und rechts um eine Euphyllia glabrescens (Green Torch). Zusammen habe ich für beide 35 Euro bezahlt. Beide sollten genügend Abstand zu anderen Korallen haben, da sie dazu neigen mit ihren Tentakel anzugreifen und andere Tiere zu vernesseln.

Das Becken am 03.04.2003. Das sind die letzten Aufnahmen, bevor meine Pfleglinge in das größere Becken in dem neuen Haus ziehen.


 

Der Umzug

Der Umzug in unser neues Haus rückt immer näher. Der Plan ist eine Woche vor dem eigentlichen Umzug das Becken umzuziehen.

Vier Wochen vor dem Umzug habe ich begonnen Altwasser zu sammeln. Dazu habe ich mir Maischefässer aus dem Baumarkt gekauft (die schwarzen Fässer auf den Fotos weiter unten). Diese Fässer lassen sich Wasserdicht verschließen und sind lebensmittelecht. Sie kosten im Baumarkt rund 14 EUR. Es gibt diese Fässer mit 30 und 60 Liter Fassungsvermögen. Ich habe 3x 30Liter und 1x 60 Liter gekauft. Im Nachhinein musste ich aber feststellen, dass das 60Liter Fass zum Tragen fast zu schwer ist. Für eine Umzug möchte ich daher nur die 30 Liter Fässer empfehlen.

Mit diesen Fässern konnte ich über vier Wochen 150 Liter Altwasser sammeln. Das Wasser wurde mit kleinen Pumpen ständig umgewälzt und damit auch belüftet. Rund 60 Liter frisches Salzwasser habe ich wenige Tage vor dem Umzug in Kanister gefüllt. Ein Bekannter hat für mich noch mal 200 Liter frisches Wasser in einer großen Tonne angesetzt. Diese Menge sollte ausreichen um das 450 Liter Becken zu befüllen.

Am 14.04. haben wir den Schlüssel für das Haus bekommen und am selben Tag wurde auch das Becken geliefert.


Der Unterschrank war schon vormontiert. Dort kam noch eine Lage Schaumstoff drauf und darauf das Becken. Ich hätte nicht gedacht, dass ein leeres Becken so schwer ist. Zum Glück mussten wir es nur in das Erdgeschoss tragen. Ein Kollege hat mir dann noch geholfen die Lampe anzubauen. Danach wurde das vorbereitete bzw. gesammelte Wasser eingelassen. Am selben Abend kamen dann noch rund 20 kg neue lebende Steine rein (rund 200 EUR), die aber schon beim Händler eingefahren wurden.
Als ich dann zum ersten Mal das Licht eingeschaltet habe, war ich schon begeistert. Nur die Pumpen und der Abschäumer sind etwas laut. Das kann sich nach einer Einfahrphase noch geben.

Am 18.04. wurde es dann ernst - der gesamte Besatz wird umziehen. Zuerst kommen die Steine raus, die mit Korallen oder Anemonen bewachsen sind. Sie kommen in die Maischefässer, die auch zum Wassertransport dienten. Anschließend werden die Fässer mit Wasser aus dem Becken gefüllt.
Unbewohnte Steine werden in Styroporkisten verpackt. Diese Kisten bekommt man beim Zoohändler, der Händler spart sich dadurch die Entsorgung der Fisch-Import-Kisten.
Nachdem das Becken nur noch 15 cm gefüllt ist werden die Fische, Garnelen und Einsiedlerkrebse mit dem Kescher gefangen. Sie kommen in wassergefüllte Plastiktüten und dann ebenfalls in Styroporkisten. Das ganze wird auf zwei Autos geladen und ab geht die Post. Zum Glück fährt man zum neuen Haus nur 20 Minuten.

Wesentlich schwieriger ist die Reinigung das alten Beckens.  Ich habe es mit der gesamten Technik für 299 EUR auf eBay verkauft und bevor es abgeholt wird, muss noch der alte Moder raus.
Man glaubt ja gar nicht was sich in einem Jahr alles im Bodengrund ansammelt, hunderte Borstenwürmer, Seesterne und kiloweise Dreck. Es hat ewig gedauert bis alles mit einem Gartenschlauch aus dem Becken geschwemmt war. Der alte Bodengrund wurde komplett verworfen.
 

Im neuen Becken ging der Aufbau des Riffs relativ zügig. Zum Schutz der Bodenscheibe wurde als Untergrund eine Plexiglasscheibe aus dem Baumarkt benutzt (8 EUR). Im alten Becken hatte ich schlechte Erfahrungen mit einer Styroporplatte gesammelt, da sich mit der Zeit die Styroporkügelchen lösten und im Becken herum trieben.  Erstaunlicherweise hatten wir beim ersten Versuch schon einen akzeptablen Riffaufbau hinbekommen. Nun kam noch 12 kg Bodengrund rein, diesmal verwende ich Korallenbruch mit einer 3-4 mm Körnung.
Anschließend kamen sehr schnell die Fische ins Becken um zu verhindern, dass sie in ihren Transportbehältern auskühlen. Zur Sicherheit habe ich auch noch eine dreifache Dosis EasyLife zugegeben. Damit war der Umzug erfolgreich und ohne Verluste überstanden. Nur eine Scherengarnele hat beim Einfangen eine Schere verloren, die aber mittlerweile schon wieder nachgewachsen ist. Sogar die befürchteten weißen Pünktchen blieben aus. Ich hatte eigentlich erwartet, dass der Palettendoktor stressbedingt Pünktchen bekommen würde. Der Umzug der Tiere hat vom Einfangen bis zum Wiedereinsetzen weniger als vier Stunden gedauert.

28.04.2003

Die erste Woche stand das Becken direkt neben unserer Couch. Das hatte den Nachteil, dass man den Abschäumer direkt neben dem Ohr hatte. Ich konnte zwar die Geräusche etwas durch das Unterlegen eines blauem Schwamms mindern, aber es war immer noch störend. Ich ließ mich also schweren Herzens überreden, dass das Becken an die gegenüberliegende Wand muss.
Zum Glück hat Der Unterschrank eine fest montierte Bodenplatte und die Wohnung hat Parkett. So entstand der Plan das Becken einfach rüber zu schieben, ohne Fische zu fangen oder das Riff abzubauen.
Ich habe im Baumarkt zwei 200 Literfässer gekauft (je 9 EUR). Die Fässer wurden in der Mitte der Wohnung positioniert, so das man mit einem schlauch sowohl die alte (Bild 1) als auch die neue Position (Bild 2) ereichen konnte. Dann wurde das Wasser bis auf 20 cm in die Fässer abgelassen. Und siehe da, das Becken ließ sich mit zwei Mann relativ problemlos bewegen und wir konnten es an die neue Position schieben. Nach dem Einfüllen des Wassers ging es auch den Bewohnern noch prima. Das Aufwendigste war dann noch das Umhängen der Lampe, da ja Bohrungen in der Decke notwendig waren.
Ich muss zugeben am neuen Standort wirkt das Becken viel besser. Man kann von der Couch direkt auf das Becken schauen und nimmt aufgrund der Entfernung die Geräusche nicht mehr als störend wahr.

05.05.2003

Nach der erfolgreichen Beckenvergrößerung, habe ich einen Zebrasoma Xanthurum (Blauer Segelflossen Doctor) zugelegt - 64,90 EUR.
Da es oft Reibereien mit Zebrasoma flavescens geben soll, habe ich einen Tipp befolgt und eine Weile vor dem Kauf des Fisches das Bild von einem Zebrasoma Xanthurum an das Becken geheftet. Eine Zeitlang sind die Beckenbewohner aufgeregt an dem Bild vorbei geschwommen, haben sich aber nach einer Weile daran gewöhnt. Beim Einsetzen des Xanthurum kam es dann auch kaum zu Angriffen. Wenn aber doch mal einer versuchte sich mit dem Xanthurum anzulegen, hat der sich gar nicht stören lassen und hat weiter an seinen Algen gezupft.

NACHTRAG 2008: Ich habe das Hobby mittlerweile aufgegeben. Gründe waren Zeitmangel, hohe Kosten und der hohe Geräuschpegel im Wohnzimmer durch Lampen und Pumpen.

Ich freue mich trotzdem weiterhin über einträge in mein Gästebuch. Bei Fachfragen wendet euch bitte an http://www.meerwasserforum.com/


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